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Prä- und Perinatale Körperpsychotherapie

verschränkte Hände

Nicht nur die Geburt, sondern bereits unsere Zeugung, die Monate in der Schwangerschaft sowie die erste Zeit danach prägen unser Leben sehr tief. Die Lebensphase wird als prä- und perinatal bezeichnet.

 

Aus dieser frühen Zeit rührt unsere Grundhaltung dem Leben gegenüber. Für typische Reaktionsmuster von uns gibt es direkte Bezüge zu unseren Erfahrungen, die wir in einer Zeit machen, in der uns noch keine Sprache zur Verfügung steht. An diese haben wir in der Regel keine bewusste Erinnerung, sie sind jedoch in unserem Körpergedächtnis gespeichert und bestimmen unser weiteres Leben mit.

 

Habe ich ein klares Ja zu mir und meinem Leben? Will ich manchmal nicht wirklich hier sein? Fühle ich mich schnell abgelehnt? Höhleneingang

Wie reagiere ich auf Druck und Spannung?

 

Durch achtsames Hineinspüren, können wir wieder Zugang zu unseren vergessenen / verdrängten Gefühlen und Empfindungen bekommen. Zu den Verletzungen, die in diesen sensiblen Phasen erlebt wurden und vor allem auch zu der Kraft, die in ihnen steckt.

Körperberührungen finden selbstverständlich nur statt, wenn Sie es möchten.

 

Ein weiterer wichtiger Schlüssel in dieser Arbeit ist die Entschleunigung, das Geschehen lassen.

 

Es gibt Lebensphasen, in denen wir besonders leicht Zugang zu unseren ganz frühen Erfahrungen bekommen, die tief in unserem Unbewussten schlummern und doch nachhaltig unser Leben prägen.

 

Werdenden Eltern bietet beispielsweise die Schwangerschaft und die ersten Monate mit dem Baby die Möglichkeit, noch einmal sehr intensiv auch mit ihrer eigenen frühen Zeit in Kontakt zu kommen und sich dessen bewusst zu werden. Es kann sinnvoll sein, sich in diesem Prozess therapeutisch unterstützen zu lassen.

 

Doch auch zu jedem anderen Zeitpunkt in unserem Leben lohnt es sich, sich auf die Reise zu begeben, um in Erfahrung zu bringen, wo wir herkommen und was wir mitgebracht haben.

 

Wenn es uns gelingt Zugang zu unseren verborgenen Empfindungen und Gefühlen zu erlangen, eröffnet uns dies die Chance durch eine positive Neuerfahrung bisher gebundene Kräfte zu befreien. Dann können wir unsere Potentiale besser ausschöpfen, unsere Kreativität und Intuition wird freier. Unsere Liebes- und Bindungsfähigkeit kann sich intensivieren.

 

Um das im Körperprozess Erlebte gut zu integrieren, ist es sehr hilfreich dies anschließend im kreativen Ausdruck durch Malen oder Gestalten festzuhalten. Der kreative Prozess kann so eine Brücke zwischen der Körpererfahrung und der letztendlichen Versprachlichung bilden.

 

Mit dieser Methode lässt sich sowohl im Einzelsetting als auch in der Gruppe arbeiten. Mehrmals im Jahr biete ich deshalb gemeinsam mit meiner Kollegin Bettina Duesmann zweitägige Geburtsworkshops zum Thema „Begegnungen mit der eigenen Schwangerschaft und Geburt“ an.

 

Heilwerden Gedicht

Die Autor*in des Gedichtes „Heilwerden“ ist leider unbekannt, für mich persönlich bringt er / sie ganz wunderbar zum Ausdruck, um was es bei der Heilung von frühen Verletzungen geht.

 

Diese Erfahrungen sind aus unserem Leben nicht auszulöschen, doch wir können einen neuen Umgang damit finden, uns mit ihnen ein stückweit aussöhnen. Mit der prä- und perinatalen Körperpsychotherapie können wir in sehr tiefe Dimensionen unseres Seins vordringen.

 

Vor dem Hintergrund der prä- und perinatalen Psychotherapie biete ich auch die Begleitung von Müttern (und Vätern) mit ihrem Kind nach einer schwierigen Geburt an, wenn sie beispielsweise Interventionen mit Medikamenten, Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt schmerzlich erfahren mussten.

 

Das Geburtserlebnis des eigenen Kindes kann für Mütter und auch Väter eine belastende Erfahrung sein. Die Väter haben sich vielleicht während der Geburt hilflos erlebt und fühlen sich hinterher schuldig, weil sie ihre Frauen nicht ausreichend schützen und unterstützen konnten. Ein schwieriges gemeinsames Geburtserleben kann die Partnerschaft anschließend stark belasten.

 

Und dann ist da die Sorge, ob ihr Kind das Erlebte wirklich gut verarbeitet hat. Es kann sehr heilsam sein, gemeinsam noch einmal darüber zu sprechen und nachzuspüren, wie die Geburtssituation von der Frau, dem Mann und dem Kind erlebt wurde. Das Baby wird sich auf seine Weise ebenfalls dazu äußern.

 

Hinsichtlich der Kinder ist mir dabei der Ansatz von der Entwicklungspsychologin Aletha Solter sehr hilfreich. Sie hat unter anderem ein Buch mit dem Titel „Warum Babys weinen“ geschrieben, in dem sie eindrücklich beschreibt, was Babys mit ihrer Körpersprache zum Ausdruck bringen möchten.

Was vor uns liegt und

was hinter uns liegt,

sind Kleinigkeiten im Vergleich zu dem,

was in uns liegt und

wenn wir das, was in uns liegt

nach außen in die Welt tragen,

geschehen Wunder.
- Henry Stanley Haskins